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Zen des Laufens

Hast du einmal herausgefunden, dass Laufen nur eine andere Form von Freude empfinden ist, dann wirst du deine Geschwindigkeit, Zeit, Strecke und Regelmäßigkeit so einrichten, wie es gut für dich ist.

(Fred Rohé)

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Sonntag, 7. März 2010
Erkenntnis des Tages

Private Tiefschläge führen manchmal zu den merkwürdigsten Reaktionen. Unter anderem ist deswegen auch mein letzter Streak gerissen. Der Kopf wollte nicht mehr. Ende. Aus.

Eine Lösung ist dies aber auch nicht. Eine Lösung war Reden, viel reden und wieder vertrauen. Und es hat geholfen. Raus aus dem Sumpf, zurück auf die Straße des Lebens.

Auch wenn man erst Riesen Bammel hatte, war das Ergebnis doch nachher umso schöner. Dann auch noch das schöne sonnige Wetter der letzten Tage, da blüht die Seele wieder auf.

Fazit:
Laufen ist nicht alles!
Ohne Laufen ist alles nichts!


Also läuft seit gestern mein 4. Streak.

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Montag, 26. Oktober 2009
Röntgenlauf 2009 oder Meine Auferstehung



12 Wochen nach meinem Aus beim STUNT stand der Röntgenlauf über 63,3km auf dem Programm. Gemeldet war ich wie immer schon frühzeitig, leider hatte ich in meinen Planungen nicht einbezogen das ich fast ohne Training an den Start gehen sollte. Der Shin Splint vom STUNT war schnell auskuriert, dann ereilten mich aber Rückenprobleme die wochenlang kein Training zuließen. Mehrere Orthopäden konnten die eigentliche Ursache nicht finden, erst ein Physiotherapeut half mir weiter. In den verbleibenden 3 Wochen konnte ich allerdings nicht mehr viel aufholen. Der letzte lange Lauf war mit 19km nicht gerade wirklich lang für einen Vorbereitungslauf, zeigte mir aber deutlich auf wo meine Grenzen lagen. Zum Glück kann man sich auf der Strecke noch um entscheiden und wenn nichts mehr geht steige ich halt im Marathonziel aus.

Die Anreise nach Remscheid erfolge schon am Vortag, dies auch noch sehr früh, weil ich mit ein paar anderen Radlern verabredet war. Wir wollten den Röntgenweg vorab noch mit dem MTB erradeln. Ob das jetzt Sinnvoll war, darüber lässt sich vortrefflich streiten. Spaß gemacht hat es allemal und auf die paar Körner kam es dann auch nicht mehr an. Jedenfalls konnte ich nach den 52km gut schlafen.

Am Starttag war ich mit einigen anderen Streakrunnern noch in der Turnhalle verabredet. Gemeinsam mit Ramona, Elke, Christel und Klaus begab ich mich auf die Reise um Remscheid. Elke würde nur den Halbmarathon laufen da sie in Kürze beim NY Marathon startet. Klaus, unser angeblich langsames Krümelmonster, hatte es heute scheinbar eilig und war nach ein paar Kilometern entschwunden. Ob er Angst hatte das wir ihm an den Verpflegungsständen nichts mehr überlassen? So trotteten Ramona, Christel und meine Wenigkeit als Trio über den Röntgenweg.

Das Wetter meinte es gut mit uns, der Regen in der Nacht hatte die Strecke aufgeweicht aber nicht unpassierbar gemacht. Der Nebel verschwand langsam und bei angenehmen Temperaturen kam später sogar die Sonne hervor. Wir liefen plaudernd über die Strecke und genossen den Tag. Bei km 25 bekam Christel an einer heftigen Steigung Kreislaufprobleme. Die aber mit Hilfe einer begleitenden MTB Fahrerin und einer Pause überwunden wurden. Ab km 30 merke ich das meine Kräfte in den Beinen zu Ende gingen, aber da ein Ultra ja vor allem mit dem Kopf gelaufen wird war ich mir sicher das ich heute ankommen würde. Christel hatte da so ihre leisen Zweifel, wir ließen ihr aber keine Chance sich diesen Gedanken hinzugeben. Wir würden gemeinsam das Ultraziel erreichen.

Am Marathonziel waren wir fast die letzten die sich auf den letzten Abschnitt machten. Zu unserer Überraschung stand auch Sabine plötzlich vor uns, mit ihr hatten wir hier gar nicht gerechnet. Christel gab das kurze Treffen aber sichtlichen Aufschwung. Der letzte Teil würde auch etwas leichter werden, die schlimmsten Steigungen hatten wir hinter uns und freuten uns auf die flachen Abschnitte an der Wuppertalsperre entlang. Dann kam noch ein "böser" Anstieg kurz vor dem Ziel und wir hatten es geschafft. Nach 9:02:35h liefen wir gemeinsam und fast als letzte über die Zielmatte. Christel hatte nach den 24h von BaLi ihren ersten "richtigen" Ultralauf bestanden und war überglücklich. Ramona und Elke mussten jetzt noch den zweiten Teil ihres Interviews mit einem Reporter des rga bestreiten. Für mich war es ein toller Lauftag, mein 35 Marathon und mehr. Langsam aber angekommen und nur das zählt.

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Mittwoch, 5. August 2009
STUNT 100



Auf diesen Lauf habe ich mich so intensiv vorbereitet wie noch nie zuvor in meinem Läuferleben, es sollte das Highlight des Jahres werden. Wurde es auch, leider anders als geplant. Aber dazu später mehr.

Am Freitag wollte ich auf dem Weg zum Bahnhof noch Kokosöl kaufen um gegen die Zecken gewappnet zu sein. Nach dem Einkauf übersah ich beim Losrollen mit dem Rad, das der Bordstein höher war als üblich, und mein linkes Knie machte unliebsamen Kontakt mit dem Asphalt. Das fing ja gut an. Der weitere Verlauf des Tages ging dann zum Glück ohne weitere Unglücksfälle vorüber.

Die Ausrüstung stand zu Hause gepackt und brauchte nur noch ins Auto geladen werden. Die Anreise nach Sibbesse ist von mir nicht weit, nur rund 100km, aber durch die Landstraßen eben nicht schnell zu erreichen. Nach 1 3/4 Std. kam ich am Sportplatz in Sibbesse an. Es waren schon einige Teilnehmer vor Ort die ich begrüßte. Die Kinder verteilten Namensaufkleber und erfassten die angereisten Teilnehmer. Schön wenn so die ganze Familie eingebunden ist. Das ganze Wochenende fühlte sich wie ein einziges Familienfest an, eben wie ein Lauf unter Freunden.

Mit etwas Verspätung eröffnete Hansi das Briefing und erklärte neuralgische Stellen des STUNT. Für die alten Hasen uninteressant aber für die Novizen von großer Bedeutung. Wer möchte sich schon auf einer 100 Meilen Strecke verlaufen und zusätzliche Kilometer sammeln. Danach stürzten sich alle auf das Buffet und ließen den Abend in Vorfreude auf den morgigen Tag ausklingen.

Nach einer geruhsamen Nacht im Zelt gab es um 6:30 Uhr Frühstück. Dann präparierte ich mich für den Lauf, Brustwarzen abkleben und mögliche Scheuerstellen einschmieren. Die Füsse wurden noch einmal mit Hirschtalgfett eingecremt, dann konnte es losgehen. Von Hektik war überhaupt nichts zu spüren, die Anspannung war weg und man freute sich bei bestem Wetter auf die Strecke. Hansi lies uns dann nach einer kurzen Ansprache loslaufen.

100 Meilen sind lang, wirklich lang. Also wollte ich sehr vorsichtig beginnen und mir meine Kräfte einteilen. Ich will diesen Lauf Finishen, Zeit egal. Hauptsache ich komme im Ziel an. Die ersten Kilometer zog sich das Feld nur wenig auseinander, an den ersten Verpflegungsstellen sah man die schnelleren Läufer meist wieder. Viele Streckenabschnitte kannte ich schon von den Bildern von Rainer Lohstroh. Jetzt aber über diese traumhaften Singletrails auf dem Kammrücken zu laufen war einfach himmlisch.

Die Orientierung war einfach, wie Hansi es empfohlen hattem, immer einen Finger auf der Karte. Dazu die Markierungen an den Bäumen, wer nicht total unaufmerksam war konnte sich eigentlich nicht verlaufen. Trotzdem schafften es einige. Der erste Ausfall erwischte Heinrich Dahmen, ein sehr erfahrener Ultraläufer, hier beim STUNT aber leider vom Pech verfolgt. Diesen Lauf konnte er wieder nicht Finishen, sein Magen rebellierte und er konnte nichts bei sich behalten. Schade. Er stieg bei Kilometer 69,7 aus. Ich lief dann mit Thomas Hildebrand-Effelberg weiter. Wir wollten gemeinsam durch die Nacht laufen.

Am Ende der zweiten Runde fanden wir leider in der Dunkelheit den Ausstieg aus dem Wald nicht. Wir waren uns sicher wo wir waren, also riefen wir Hansi an und ließen uns zurück lotsen. An der richtigen Stelle waren wir tatsächlich vorbei gelaufen und hatten ein paar hundert Meter zuviel zurückgelegt. Insgesamt hat uns die Sucherei 1/4 Stunde gekostet.

Ab Kilometer 82 merkte ich das mit meinem rechten Knöchel etwas nicht in Ordnung war. Ab Kilometer 90 fing er richtig an zu schmerzen. Ich lies im Ziel Bescheid sagen das ich Eis benötigte. An laufen war im Moment nicht mehr zu denken, ich wollte den Fuß schonen und ging nur noch. Nach 100km machte ich im Versorgungszelt in Sibbesse erst einmal eine größere Pause. Schuhwechsel, Kleidertausch und ordentlich verpflegen. Danach legte ich mich für 25 Minuten schlafen. Es ging wieder etwas besser, also wagte ich mich alleine als Letzter auf die dritte Runde. Das dreier Damengespann das vor mir los war hatte ich nach einem Kilometer eingeholt und ich gesellte mich dazu. Gemeinsam hangelten wir uns von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation.

Der Aufstieg zum Tosmarsberg war lang und beschwerlich, vor allem wenn man schon 116 Kilometer in den Beinen hat. Oben wartete Michael Neumann mit seinem "STUNT' IN". Jeder bekam eine Blumenkette und wurde gebührend empfangen. Der Abstieg war nicht so schlimm wie befürchtet, es lief noch ganz gut und ich freute mich über den anschließenden Single Trail. Zurück am Sportplatz in Diekholzen machten wir nur kurz Pause und trabten langsam weiter. Jetzt galt es noch einmal den Höhenzug zu überwinden den wir schon auf dem Hinweg überquert hatten. Der Abstieg nach Barfelde war steil, ich konnte ich nur mühsam gehen und kam nur im Schneckentempo voran. Die Schmerzen wurden unerträglich. Dann bemerkte ich die Rötung über meinen Gamaschen, darunter sah es viel schlimmer aus. Mir war in dem Moment klar. Hier ist Ende. Sibbesse hätte ich vielleicht noch erreicht, die letzte Runde hätte ich im Zeitlimit aber niemals geschafft. Also war für mich in Barfelde nach 134 Kilometern Schluss.

Aus der Traum. Aber irgendwie war es nicht schlimm. Keine Enttäuschung, keine Leere im Kopf. Ich habe funktioniert, nur mein Körper nicht. Ich wollte ins Ziel, habe mich 44km mit Schmerzen weiter gequält. Die Einstellung hat gestimmt, ich hatte kein mentales Problem. Aber es hat hier und heute einfach nicht sollen sein.

Die Rückfahrt im Auto war schon komisch. Im Ziel dann erst einmal etwas Essen und den Fuß kühlen. Hans-Dieter Weißhaar, teilnehmender Läufer und Arzt, begutachtete meinen Fuß und diagnostizierte zumindest keine Sehnenentzündung. Nur ein klassischer Shin-Splint, eine typische Überbelastung. Damit hatte wohl jeder Langstreckenläufer schon einmal zu tun. Jetzt heißt es erst einmal vier Wochen Laufpause. Mein Streak ist damit auch gerissen, aber dieses Risiko bin ich ja eingegangen.

Nach der Dusche wurde dann weiter gefuttert, man was hatte ich einen Hunger. Einige der Läufer waren schon im Ziel, andere noch auf der letzten Runde. Jeder Ankömmling wurde von allen bejubelt. Es war eine familiäre Stimmung wie ich sie noch nie erlebt habe. Auch die Helfer waren einzigartig, man versuchte einem jeden Wunsch von den Lippen abzulesen.

Heiner Schütte der am Anfang noch so massive Magenprobleme hatte und erst bei Kilometer 100 aussteigen wollte hatte sich in der Nacht wieder berappelt und schaffte es als letzter noch im Zeitlimit. Damit hatte dieser STUNT die geringste Ausfallquote seit bestehen.

Vor der Siegerehrung wurde von Wolfgang Olbrich in seiner Funktion als Sportwart der Deutschen Ultramarathon Vereinigung dem TSV Sibbesse ein Glasschild für das Clubhaus (DUV-Förderstützpunkt) überreicht. Nach den Finishern bekam ich noch eine Urkunde über 100 Kilometer Trail-Option, war ich doch der einzige der Aussteiger der diese Distanz erreicht hatte.

Für 2010 steht der Baltic-Run an, aber in 2011 habe ich noch eine Rechnung in Sibbesse offen.

Danke an Hansi und all die klassen Helfer für dieses unvergessliche Wochenende.

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Sonntag, 19. Juli 2009
GMHütter Null

Es war einmal wieder soweit meinen Lieblings Ultra, die GMHütter Null, zu besuchen. Diesmal die 44. Ausgabe und meine 5. Teilnahme in Folge. Als Belohnung winkte das gelbe Leibchen des "Berg- und Talführers" und ein Diplom.

Meinen Vereinskollegen Rainer konnte ich auch für diesen Lauf begeistern. Philipp wollte auch einmal bei einer Ultra Veranstaltung schnuppern, also reisten wir am Samstag Nachmittag zu dritt nach GMHütte.

Die Straßen waren frei, so kamen wir frühzeitig an und packten unsere Sachen aus. Es war sehr viel Zeit zum Klönen. Die obligatorischen zwei Bier durften an diesem Abend auch nicht fehlen. Nach dem Abendessen viel beim Bezahlen auf das meine Urkunde nicht gedruckt war und mein gelbes Leibchen nicht auf der Leine hing. Ist wohl trotz Online Anmeldung untergegangen. Georg versprach aber dies noch nachzuholen.

Nach einer geruhsamen Nacht schmeckte das Frühstück umso besser. Das Wetter war angenehm kühl bei 15°C und am frühen Morgen noch regenfrei. Da dies mein letzter Lauf vorm STUNT war wollte ich ihn langsam angehen. Rainer wollte nur die Strecke bewältigen, so starteten wir eine halbe Stunde vor dem offiziellen Start mit den langsamen Läufern schon um 5:30 Uhr.

An der Strecke hatte es eine kleinere Änderung gegeben da der Wanderweg der Null an einer Stelle verlegt werden musste. Die 1. Verpflegungsstelle wurde daher um ein paar hundert Meter verlegt. Bei der nächsten Null im Winter wird es zum Ende auch noch eine kleine Streckenänderung geben.

Die Aussicht war wegen der tief hängenden Wolken nicht so prima, den Aufstieg auf den Turm am Dörenberg sparten wir uns deswegen. Das Tempo war locker und nicht anstregend, hin und wieder kam ein leichter Nieselregen herunter der aber sehr erfrischend war.

Die Zeit verging wie im Fluge und die Strecke wurde fast ohne Verlaufen bewältigt. Es waren aber nur zwei kurze Stücke und wir merkten es sofort. Rainer war von der Strecke und dem ganzen drumherum begeistert, ich hatte also nicht zuviel versprochen. Vielleicht können wir im Verein noch ein paar Leute für die Null begeistern. Rainer möchte wohl im Winter wieder dabei sein.

Als wir an der Rennbahn angekommen waren, ergoß sich ein richtig heftiger Regenschauer über uns. Aber auch das konnte unserer guten Laune keinen Abbruch tun. Es war einfach ein perfekter Lauftag, der warme Regen konnte das auch nicht ändern. Zwischendurch blinzelte sogar mal die Sonne hindurch.

Zum Ende liefen wir zu dritt, mein rechter hinterer Oberschenkel wurde etwas steif und begann zu ziehen. Das Tempo habe ich dann vorsichtiger Weise etwas gedrosselt. Wir hatten ja ohnehin genug Zeit. Nach 6:01h kamen wir wieder am Kloster in GMHütte an. Unser Durchschnittstempo lag bei 7:20 min/km. Wieder ein sehr schöner Lauf.

Zu unserer Freude waren die Duschen richtig heiß, Kaffee und Brötchen schmeckten dann umso besser. Danach noch ein alkoholfreies Bier, Läuferherz was willst du mehr. Darauf folgen wieder die obligatorischen Ehrungen. Zuerst die "Magister Bergum et Talum" für die 10malige Teilnahme, dann die "Berg- und Talführer" für die 5malige Teilnahme. Georg hatte sich wieder eine Menge Arbeit gemacht und für jeden Magister einen persönlichen Reim geschrieben. Das gemeinsame Singen ist immer die Krönung!

Rainer bekam die Urkunde für seine erste Teilnahme und Ernennung als "Nuller" und ich mein Diplom als "Berg- und Talführer" sowie mein gelbes Leibchen. Das darf ich dann bei der Winter Null ausführen.



Philipp hatte seinen Spaß mit Georg, er durfte die Urkunden mit den Siegeln versehen und hat auch so eine Menge mitgeholfen. Im Winter möchte er wieder mit. Mal sehen wann er hier das erste mal mit läuft.

"Tadele nicht der Berge, wenn dich die Waden grüßen."

Auf ein Wiedersehen am 12. Dezember zur 45. GMHütter Null, wenn es heißt "Abwechslung erfreut. Immer mal ein anderer Berg.".

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Sonntag, 12. Juli 2009
STUNT 100 - 3. Runde

Heute wollte ich mit Rainer die 3. Runde des STUNT 100 ('Nightmare on Tosmarberg') Probe laufen. Leider musste Rainer an seinem Urlaubsende den Bereitschaftsdienst für einen erkrankten Kollegen übernehmen, so wurde aus unserem gemeinsamen Läufchen heute nichts. Das werden wir aber ein anderes mal nachholen.

So fuhr ich heute morgen in aller Frühe alleine nach Sibbesse und traf gegen 8:00 am Sportplatz ein. Das Wetter hätte nicht besser sein können, bedeckter Himmel und 14°C. Herrliches Laufwetter.

Die Streckenbeschreibung von Hansi versprach einiges:

Dritte Runde (Nachtrunde) Km 100-116 bis Diekholzen. Anschließend 10 Km im Wald gegen den Uhrzeigersinn. KM 126-143,9 den gleichen Weg zurück. Begegnungsmöglichkeit !
Zunächst auf gleichem Weg wie zum Ende der zweiten Runde Richtung Eberholzen. Kurz vorher (!) rechts runter zur Landstraße, die wieder ungesichert überquert wird. Es folgen einige erholsame Km im Feld, überwiegend mit leicht abfallender Strecke. Die Strecke läßt sich hier leider sehr schlecht markieren. Du benötigst unbedingt Deine Karte. Orientiere Dich hier lieber in aller Ruhe präszise und nimm den Zeitverlust dafür in Kauf. Besser als sich nach über 100 km in der Nacht zu verlaufen. Das kostet Dich viel mehr Zeit und Nerven.
Nachdem Du das Dorf Nienstedt tangiert hast, kommst Du später nach Eitzum. Hier wieder unbedingt aufmerksam mit Karte laufen und Wegmarkierungen beachten.
Im nächsten Ort Barfelde geht es gleich nach Ortseingang rechts entlang berghoch in den Wald hinein. In der Nacht erwarten Dich überwiegend gut zu laufende und zu orientierende Forststraßen. Wenn Du Angst hast vor Wildschweinen, hast Du beim STUNT ein Problem. Hier im Hildesheimer Wald wirst Du in dieser Nacht viele davon sehen und hören -und sie Dich auch :-) - Nach einem Gefällstück unterquerst Du die ICE-Bahnstrecke und kommst nach Diekholzen. Im Ort bist Du richtig, wenn Du einige Treppenstufen abwärts laufen mußt. Kurz danach wird von Dir wieder eine Hauptstraße überquert. Nach Überquerung gleich rechts auf dem Radweg weiter zum Waldrand. Kurz in den Wald hinein und noch vor dem Sportplatz rechts einen kleinen Pfad nehmen zu einem Parkplatz. Dort findest Du eine zentrale Aid-Station. Zurück im Wald am Sportplatz vorbei auf Forstwegen geht es bald links auf die Überquerung des Tosmarberges (310m 'Paßhöhe'). Dort ist eine ganz besondere bemannte Aid-Station für Dich vorbereitet. Wir versuchen es Dir in der harten Nacht so angenehm wie möglich zu machen. Anschließend 3 Km Gefälle zum nördlichen Rand des Hildesheimer Waldes. Am Waldrand (Söhrer Forsthaus) links. Nach 800 m rechts auf einen Single Trail. Ganz toller Weg ! Geht etwa 2,5 Km so weiter bis Du wieder nach Diekholzen zur Aidstation am Waldrand kommst.
Von hier exakt den gleichen Weg zurück nach Sibbesse, wie Du hergekommen bist.


Insbesondere der Single-Trail war wunderschön! Bin schon gespannt auf die ersten beiden Runden des STUNT.

Das Orientieren mit der Karte und dem GPS-Track im Forerunner klappte vorzüglich. Nach 6:23h war ich ohne Verlaufen wieder am Sportplatz zurück. Damit sollte die Nachtrunde ohne Probleme zu meistern sein.

Zu meiner Freude waren die Fußballer des TSV Sibbesse auch noch auf dem Platz, so konnte ich mich nicht nur im Vereinsheim umziehen, sondern auch noch eine heiße Dusche genießen. Klasse Timing.

Nächstes Wochenende noch die GMHütter Null, dann lege ich die Füsse hoch.

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Sonntag, 5. Juli 2009
Thüringen Ultra



Als letzte Generalprobe für den STUNT100 hatte ich mir den Thüringen Ultra über 100km auserkoren. Freitag Nachmittag ging es mit einem kurzen Zwischenstopp in Kassel nach Fröttstädt in Thüringen.

Gegen 18:00 traf ich auf dem Gelände ein und fand einen schönen Schattenplatz für mein Zelt. Gunar und Gerd waren auch schon vor Ort, hatten die zwei doch Heimvorteil. Nach dem Zeltaufbau holte ich meine Startunterlagen ab und genoss die Nudelparty. Die Preise für die Bewirtung waren sehr human. Hier merkt man gleich mit wie viel Herzblut die Veranstaltung von Läufern für Läufer gemacht wird.

Von den Streakrunnern waren außerdem noch Joghie, Holger, Frank und Elke da. Die ganze Atmosphäre war sehr familiär, mit dem Rennsteiglauf überhaupt nicht zu vergleichen. Man traf sehr viele Ultra Läufer wieder, u.a. einige Teilnehmer des Baltic-Run.

Der Start war für 4:00 Uhr angesetzt, also verschwand ich um 22:00 Uhr im Zelt um gegen 3:00 wieder aufzustehen und zu frühstücken. Meine Ausrüstung hatte ich im Auto vorher griffbereit zurecht gelegt. Die Füsse wurden vor dem Start noch einmal gefettet und verschwanden dann in den Trailschuhen.

Mit Holger wollte ich die Strecke gemeinsam laufen, hatte er doch im letzten Jahr ~14h benötigt und würde so meine Bremse sein. Bis km 20 verläuft das Profil noch mit moderaten Steigungen und unser Tempo pendelte sich bei 7-8 min/km ein. Die Steigungen wurden flott gegangen und nach 25km erreichten wir die Ruhlaer Skihütte in 3:03h. Die 50km Marke passierten wir in Floh-Seligenthal nach 6:37h. Uns ging es immer noch sehr gut.

Die Steigung zwischen km 52 und km 58 verbrauchte bei Holger doch einiges mehr an Kraft als gedacht. Nach km 62 wurde es zäh für Holger, unser Tempo sank immer mehr. Selbst die bergab Passagen mussten wir gehen, das geringere Training machte sich deutlich bemerkbar für ihn. Mir ging es ausgesprochen gut. In Finsterbergen erreichten wir km 75 in 10:42h.

Mittlerweile waren wir als 3er Gang unterwegs, das Tempo wurde mir zu langsam und ich hatte die Befürchtung wieder Probleme zu bekommen wie bei der Horizontalen um Jena. Ich verabschiedete mich nach 12:05h bei km 81 und wechselte in den Ultra-Schlappschritt. Das Laufen ging immer besser und mein Tempo wurde von km zu km immer schneller. So manchen Läufer holte ich wieder ein.

Die Sonne stand mittlerweile hoch am Himmel und brannte unerbittlich auf uns herab. Auf den letzten 13km war kaum noch Schatten vorhanden und zehrte noch zusätzlich an den Kräften. Jede Erfrischungsmöglichkeit wurde genutzt.

Km 95 hörte man schon von weitem, die Helfer der Freiwilligen Feuerwehr gaben alles um die Läufer für die letzten Meter zu motivieren. Mir standen fast die Tränen in den Augen vor Rührung. Bei km 98 kam dann noch ein Erfrischungspunkt, ein letzter Schluck Cola, dann schlurfte ich die letzten Meter ins Ziel. 14:19:53h hatte ich gebraucht. Ich war restlos zufrieden, Generalprobe geglückt.

Holger hatte ich auf den letzten 19km noch glatt 1:22h abgenommen. Mit etwas mehr Laufen zwischen km 62 und km 81 wäre locker eine Zeit unter 14h möglich gewesen. Für heute war es ok. Im nächsten Jahr dann gerne etwas schneller.

Nach einer erfrischenden Dusche wurden die Energiespeicher wieder aufgefüllt und die weiteren Finisher bejubelt.

Dieser Lauf war erste Sahne. Tolle Strecke, klasse Helfer und ein Ambiente das einen gerne wieder kommen lässt.

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Sonntag, 28. Juni 2009
KiLL50

Nach dem STUNT landete gestern die 2. Einladungsmail in meinem Postkasten. Vor Wochen hatte ich eine Mail an Michael Neumann geschrieben und vergessen. Umso überraschter war ich seine Einladung zu lesen.

Der KiLL50 ist kein idyllischer Landschaftslauf. Er ist der böse Bruder vom HiLL50 und er ist länger. Die 50 steht für 50 Meilen, also etwa 80km.

Am 7./8.11. wird also auf unkonventionelle Weise nachts durch den Hildesheimer Wald gelaufen, Wildschweine inklusive.

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Freitag, 26. Juni 2009
400 Tage 'Täglich Laufen'

Meinen Jubellauf habe ich vorhin im schönsten Regen genossen.

Herrlich, 22° bei schönstem Wetter los gelaufen. Dann nach 2km begleitete mich eine dunkle Wolke auf meinem Weg und begoss meinen Lauf bis km 8. Die letzten 2km durfte ich dann wieder alleine fortsetzen.

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Montag, 22. Juni 2009
Run for Help

Wie schon im letzten Jahr startete ich mit Philipp beim Run for Help in Bad Lippspringe (BaLi). Wie schön das dieser Lauf so nah vor der Haustür liegt, so reisten wir entspannt am Vormittag an. Rainer von den Streakrunnern war schon lange vor Ort und begrüßte uns als erster, Marc und Todi waren schon fleißig beim Zeltaufbau. Klaus & Tina, Christoph & Jonah sowie Skeeve und Christel stießen auch noch dazu.

Nach der Anmeldung schlenderte ich mit Philipp in die nahe gelegene Fußgängerzone um mit einer Pizza noch für eine gute Grundlage zu sorgen. Der Zeltaufbau war rasch getan, flugs noch die Laufsachen an, dann konnte das Abenteuer 24h-Lauf starten.

Für mich galt es wieder eine lange Trainingseinheit für den STUNT zu laufen, lange auf den Beinen bleiben und wenn alles gut lief die 140km zu knacken. Philipp wollte sein Ergebnis vom letzten Jahr verbessern. Statt der normalen Laufschuhe startete ich in den Trailschuhen von La Sportiva ohne Pronationsstütze, was sich als richtige Entscheidung rausstellen sollte. Mit gut eingecremten Füßen kam ich ohne Blasen durch.

Meine Taktik war 4 Runden langsam laufen (~7min/km) und eine Runde zur Erholung gehen mit Verpflegung. Alle 5 Runden würde ich dann 3,1km in ~24min. zurücklegen. Dazu hatte ich noch die Einnahme von 1-2 Salztabletten geplant. Die Taktik ging prima auf, nach den ersten Runden hatte sich mein Tempo eingependelt und der geplante Schnitt ging voll auf. Nach 5:27h hatte ich den ersten Marathon erreicht und ich legte eine kurze Pause ein.

Die 100km Grenze erreichte ich nach 14:25h. Mehr als zufrieden. Leider begann in dem Moment ein heftiger Regenguss, der sich auch nicht wieder einstellte. Im Dauerregen zu Laufen hatte ich heute aber urplötzlich keine Lust zu, also bin ich flugs ins Zelt gekrochen und habe den Regentropfen zugehört die aufs Zeltdach prasselten. Darüber bin ich eingenickt und nach 2,5h erst wieder wach geworden.

Der Regen war zu Ende, also wieder raus aus dem Zelt und flugs weiter laufen. Die ersten Meter fielen etwas schwer, aber mit warm werdender Muskulatur lief es wieder wie vorher. Leider waren am Verpflegungsstand die Bananen und Äpfel ausgegangen, so hatte ich nur noch meine Salzbrezeln und Cola zur Verfügung. Blöder Fehler, auf weitere Eigenverpflegung hatte ich nach dem letzten Jahr verzichtet da ich das meiste davon wieder mit zurücknahm. Jetzt sollte es sich bitter rächen.

Nach 114km schlug der Hungerast unerbärmlich zu. Zum Glück hatte Klaus eine Tafel Schokolade für mich über, die ich Schritt für Schritt verzehrte. Nach ein paar langen Geh Runden kam die Kraft langsam wieder. Allerdings musste ich meine Taktik umstellen, aus 4 Runden laufen und 1 Runde gehen wurde Gefälle laufen und Steigungen gehen. So konnte ich annähernd meinen anfänglichen Schnitt wieder erreichen.

Am Ende bleiben für mich 205 Runden mit 130,2km stehen. Das ich auch gut 3h mit Regenpausen verplempert habe anstatt zu laufen macht das Ergebnis ganz zufrieden stimmend.

Philipp hat sein Vorjahresergebnis nicht ganz erreichen können, mit 79 Runden und 48,98km ist er nur knapp daran vorbei geschlittert.

Krönender Abschluss war der obligatorische Gang zur Eisdiele. Den hatten sich vor allem die Kinder verdient.

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Samstag, 6. Juni 2009
Mein erstes DNF

Es ist passiert, mein erstes DNF. Das es so kommen würde hätte ich nie gedacht. Aber wie heißt es so schön erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Aber von vorne.

Freitag hatte ich Urlaub und da mir zu Hause die Decke auf den Kopf fiel, bin ich schon sehr früh los. Gegen 15:30 treffe ich dann auch schon in Jena ein. Der Veranstalter beginnt gerade mit dem Aufbau. Promt treffe ich auf Volker Baader, wir haben uns schon bei der Brocken-Challenge gemeinsam bis ins Ziel gekämpft und beschließen hier wieder gemeinsam zu starten. Roland gesellt sich auch dazu, so hat sich eine prima Gemeinschaft gebildet.

Der Start verläuft recht gemütlich und führt auf direktem Weg in die Kernberge zur Horizontalen. Dieser schmale Wanderweg hat der Veranstaltung auch zum Namen verholfen. Wir sind im flotten Tempo unterwegs, das Profil ist anspruchsvoll. Immer wieder geht es rauf und runter. Lange kräftezehrende An- und Abstiege. Nach 3:03h sind die ersten 21km absolviert. Bis zur 2ten Verpflegungsstelle wird das Terrain noch wechselhafter und schwieriger. Ich merke wie langsam die Kräfte schwinden. In der Dunkelheit wandert es sich nicht mehr so flott, 4:06h benötigen wir für die nächsten 21km.

Was dann folgt ist ein Einbruch erster Güte. Meine Beine wollen nicht mehr, ständig stolpere ich über Wurzeln und Steine. Mir fällt es immer schwerer in der Dunkelheit meine Beine zu heben und einen Fuß vor den anderen zu setzen. Ich laufe nur noch mit dem Kopf. Mich kotzt alles nur noch an. Was ein Scheiß, warum mache ich den Mist hier eigentlich? Mit jedem Meter wächst die Gewissheit, an der nächsten Verpflegungsstelle steige ich aus. Ende. Vorbei. Ich habe mich so kaputt gemacht wie noch nie zuvor in meinem Leben. Anstatt sich für den STUNT aufzubauen, bricht mein Nervenkostüm in sich zusammen. Alles Absagen, BaLi, TU und STUNT. Ich bin am Ende. Völlig.

Ein paar hundert Meter vor der 3. Verpflegungsstelle passieren wir einen Rastplatz an der A4. Hier steht ein privater Verpflegungsposten an dem sich zwei Wanderer frisch machen. Ende, ich will nicht mehr weiter. Keinen Meter. Ich spreche die Leute an und frage nach einer Mitfahrgelegenheit zurück zum Start. Man hat erbarmen und nimmt mich mit. Volker ist auch durch das langsame Wandern so kalt geworden das er mit mir zusammen hier abbricht. Roland wünschen wir viel Glück, hier trennen sich unsere Wege.

Fazit: 64km gewandert und das erste Mal an meine Grenzen gestoßen. Ich habe überlegt ob ich mir in den letzten Wochen zuviel zugemutet habe? Eigentlich nicht, ich habe mir die Regeneration gegönnt die ich benötigte. Das "Wandern" hab ich wohl unterschätzt, langsames Laufen ist einfacher. Vor allem auf einem solchen Profil.

Ein gutes hat die Sache aber auch. Das sehe ich aber erst jetzt nach 7h Schlaf zu Hause. Ich kann beißen, kann mich bis zum Äußersten treiben auch wenn der Körper nicht mehr will. Beim STUNT wäre ich hier definitiv nicht ausgestiegen, da müsste man mich schon aus dem Rennen nehmen. Noch mehr Qual hätte mir hier aber nichts mehr gebracht. Die nächsten Wochen werden noch schwer genug werden.

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